Fantasie siegt am AAG über Bildschirm-Allmacht

Mit dem medienkritischen Musical „Drei Wünsche frei“ stellte sich der Unterstufenchor des Alfred-Amann-Gymnasiums einem besonderen Feind, der zwar in eine Hosentasche passt, aber allzu oft langfristige Schäden bei jungen Menschen verursacht. „Monitorus“ und seine Helfer in jeglicher Bildschirmform suchen ständig die Aufmerksamkeit der Kinder und gefährden ihre Fantasie. Doch dass bewahrte Träume und die Kraft der Freundschaft diesem hinterlistigen Bösewicht den Garaus machen können, bewiesen Herbert, der letzte Traumflieger, und seine Unterstützer aus dem grünen Wald.

„Wir haben uns alle ein Jahr lang auf diesen Abend vorbereitet und alle sind heiß auf die Aufführung“, verriet Chorleiterin Karin Kammerer kurz bevor sich der Vorhang hob. Sie war von Anfang an überzeugt vom Stoff und der Musik des Stückes und erwarb es für eine Aufführung. Da aber in ihrer Vorstellung nicht nur ihr Chor, sondern auch eine aus Schülern zusammengestellte Band als Begleitung auf der Bühne stehen sollte, schrieb sie kurzerhand ein halbes Schuljahr lang noch zusätzlich an einer Bandfassung zu allen Liedern, die zu der vorhandenen Besetzung mit Keyboards, Gitarre, Bass und Schlagzeug passte. Ein Engagement, das durch das überzeugende Zusammenspiel von Lenya Klug, Noeli Petruschin, Kjell Baisch, Emily Joos und Silas Flaig an den Instrumenten belohnt wurde. Lehrer Martin Wahlers übernahm dabei die Gitarre.

Wortwörtlich heiß war es den ungefähr 200 Besuchern, denn in der Bönnigheimer Turn- und Festhalle herrschten tropische Temperaturen. Das erwies sich als ein geringeres Problem als befürchtet, schließlich zogen die über 30 Kinder des Unterstufenchores schnell die Aufmerksamkeit auf sich, als die die Veranstaltung begleitende Technik-AG die Scheinwerfer und die Headsets anschaltete. Natalie Bross erschien sichtlich verzweifelt als Abendstern. Wo sind nur die Traumflieger alle hin, die sich sonst am Himmel tummeln? Ob Wurzelzwerg Kalli, in der ersten Hälfte der Aufführung gespielt von Leonie Kron, mehr Informationen hat? Es stellte sich heraus, dass Bösewicht „Monitorus“ und seine Helfer die Traumflieger gefangen hielten. Retten konnte sie nur Herbert als letzter freier Traumflieger.

Eine Aufgabe, die Rüya Emniyet als Herbert nach gutem Zureden des Waldgeistes Luis Wallisch und seines Kollegen sowie des Abendsterns und Kallis auf sich nahm. Durch sie erfüllte sich für Herbert auch endlich ein lang ersehnter Traum. In einem Lied hatte er zuvor verraten: „Keiner weiß von meinen heimlichen Träumen: Drei Wünsche und ein Freund dazu, der mich versteht.“

Für seine schwierige Mission gab ihm Kalli drei magische Gegenstände mit auf den Weg: ein glänzender Funkelring, ein silbernes Schäufelchen und ein goldenes Käseglöckchen. Sollte er zudem in Schwierigkeiten geraten, so helfe es immer ein Lied selbst zu singen, eine Geschichte selbst zu lesen oder Zeit mit seinen Freunden draußen zu verbringen, um die Feinde der Fantasie zu schwächen.

In der zweiten Hälfte der Aufführung wurde die Kulisse merklich düsterer. Der Schauplatz wechselte in den unheimlichen Skelettwald, und Mailin Großkopff übernahm nun die Rolle des mutigen Herbert. Vor den unüberwindbar hohen Mauern der Burg der Monitore stehend, kam das silberne Schäufelchen zum Einsatz. Prompt eilten fleißige Maulwürfe als „berühmteste Tiefbaufirma des Waldes“ herbei, begannen zu buddeln und verschafften Herbert heimlichen Zutritt zur Festung.

Angelockt vom Funkelring besorgte ihm anschließend Elster Dorothea den Schlüssel zu den Verliesen, nachdem sie nach einigem Geflatter durch das Publikum sicher auf der Bühne gelandet war. „Ich habe keine Angst vor den schlecht gekleideten, grobschlächtigen Herren“, prahlte sie. Schnell gelang es mit dem Schlüssel, die Traumflieger zu befreien. Eine Flucht gestaltete sich aber schwierig, denn „Monitorus“ hatte ihnen die Flügel gestutzt. Wie Kalli angeraten hatte, half ein gemeinsames Lied zum nötigen Nachwachsen. Die vom goldenen Käseglöckchen herbeigerufene Feldmaus Charlotte Holzwarth schaffte es anschließend, die Bösewichte so abzulenken, dass alle entkommen konnten.

Andrea Roth und Leni Korkowski, die Kalli und den Abendstern in der zweiten Hälfte spielten, zeigten sich erleichtert, als ihr Freund Herbert und die vermissten restlichen Traumflieger wieder im grünen Wald erschienen. Schließlich hatte Kalli schon vermutet: „Futschikato, der Bursche!“ Aber alles war gut gegangen und alle Protagonisten versammelten sich am Ende noch einmal auf der Bühne für einen Abschiedssong.

Die Handlung wurde begleitet von gekonnten Gesangseinlagen des Chores und der Darsteller auf der Bühne. Das Publikum honorierte die Leistung des Ensembles mit Standing Ovations und forderte lautstark eine Zugabe ein, die gerne gewährt wurde.

In weiteren Rollen: Ayse Dedeli (Grille), Benjamin Koblmiller, Nora Fischer, Cian Quinn, Alissa King (Maulwürfe), Jorin Körner, Jonas Brenner, Benjamin Schreiber, Lukas Ness (Monitore), Mia Landsperger, Alea Langmann, Paulina Moscicka-Marcio, Amelie Kron, Lea Geißelhardt (Traumflieger) u.a.

Kl