Fangen wir mit der Vergangenheit an. Wir starten in den 30er-Jahren. Also in den Jahren, in denen die Verfolgung der Juden immer schlimmer wird. Auch in Freudental passiert hier einiges, weil es auch hier eine jüdische Gemeinde gegeben hat. 1938 ist hier nämlich die Synagoge beinahe angezündet und verbrannt worden. Dies wurde aber durch die Menschen verhindert, die direkt nebenan gewohnt haben und nicht gewollt haben, dass ihre Häuser abbrennen. Sie ist dann aber trotzdem schwer geschändet und zerstört worden. Das Mobiliar wurde verbrannt und die Scheiben wurden zerschlagen. Weiter geht es in den 80er Jahren, in denen man wieder kurz vor dem Abreißen der Synagoge steht. Daraufhin wird 1980 einen Förder- und Trägerverein gegründet, der die nötigen 110.000 DM für den Kauf der Synagoge beschaffen soll. Nach dem Kauf wurde die Synagoge saniert und ihre Nutzung wurde geplant. 1985 findet dann die Gründung des PKC-Vereins statt und sie nehmen offiziell die Bildungs- und Begegnungsarbeit auf. Wir sind jetzt also in der „Zukunft“. Das PKC versucht mit ihrer besonderen Geschichte, junge Leute für Geschichte und Kultur zu interessieren und ein besseres Verständnis für die Geschichte – auch in direkter Umgebung – zu schaffen. Das PKC ist somit ein außerschulischer Lernort, in dem man über Kultur und Geschichte lernen und aufgeklärt werden kann. Man erfährt hier nämlich auch viel über den Holocaust, der natürlich auch in Freudental stattgefunden hat. Dies zeigt, dass sich die Katastrophen des Holocaust oder der Schoah, wie die Juden es nennen, auch in unserer direkten und Umgebung abgespielt haben. Wie wir hören, sind wir auch schon mitten im „Lernen“, fehlt also nur noch das „Erleben“. Im PKC-Freudental gibt es nämlich nicht nur einfache „Vorlesungen“, sondern man lernt beispielsweise durch einen Theaterspaziergang. Es gibt aber auch immer wieder musikalische und künstlerische Darbietungen, aber auch unterschiedliche Workshops, die über das Jahr verteilt, vielen interessierten Menschen Dinge über das Judentum, den Holocaust und die Geschichte und Kultur in Freudental von gestern und heute beibringen.



Einige Impressionen von der Exkursionen; Bilder: Frau Späth
Aber was spielt hier die Bildungspartnerschaft für eine Rolle? Durch Bildungspartnerschaften versucht man, junge Leute für Dinge zu begeistern, die sie vielleicht so aus ihrem Alltag nicht kennen. Wie zum Beispiel in Freudental. Hier lernt man Dinge über das Judentum, mit denen man sonst vielleicht nicht so viele Berührungspunkte hat. Die Bildungspartnerschaft versucht hier eine Verbindung zwischen einer Schule und Gedenkstätten zu schaffen, in denen junge Leute außerhalb der Schule lernen können. Sie sind also außerschulische Lernorte. Der Begriff des „außerschulischen Lernortes“ ist auch nicht einfach nur so daher gesagt. Es stimmt wirklich. Man lernt hier viel über Toleranz, Respekt und Verständnis. Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, aber in unserer heutigen Gesellschaft viel zu sehr vernachlässigt werden.
Insgesamt ist diese Bildungspartnerschaft eine wirklich interessante Methode, um Dinge an Jugendliche heranzubringen. Man hat viel Spaß und lernt dabei sogar noch etwas. Wichtig ist nur, dass man dem ganzen seinen gebührenden Respekt erweist und dass man an die Menschen denkt, die damals wirklich ums Leben gekommen sind. Man sollte die Geschichte wertschätzen und daraus lernen, damit so etwas nie wieder geschieht.
