Vier Tage Paris: Zwischen Sprache, Wirtschaft & Kultur

Vier Tage, unzählige Eindrücke und eine Stadt, die man nicht so schnell vergisst: Gemeinsam mit unserem Französisch- und Wirtschaftskurs machten wir uns auf den Weg nach Paris in Begleitung mit Frau Bosko und Frau Auer, die uns in bester Laune und Vorbereitung vier unvergessliche Tage beschert haben. Zwischen weltberühmten Sehenswürdigkeiten, französischem Alltag und interessanten Einblicken in die Wirtschaft erlebten wir die französische Hauptstadt hautnah.

Samstag – Ankunft und erste Eindrücke
Unsere erste Station war der Jardin du Luxembourg sowie die Université Panthéon-Assas, in welcher der Film „Le Brio“ (Die brillante Mademoiselle Neïla) spielt, Sternchenthema des Französischleistungskurses. Weiter ging es zum Panthéon und der Sorbonne im Quartier Latin. Die Sorbonne ist eine der bekanntesten Universitäten Frankreichs. Der Name Quartier Latin ergibt sich daraus, dass Latein eine lange Zeit die wichtigste Sprache an den Universitäten war, wie wir in unserem ersten Schülerreferat erfuhren. Insgesamt konnte man sich an der Sorbonne gut vorstellen, wie bedeutend Paris als Zentrum für Bildung und Wissenschaft war, heute ist und vielleicht für uns in Zukunft sein wird.
Anschließend ging es über die Pont Saint-Michel zur Kathedrale Notre-Dame auf die Île de la Cité. An dieser Brücke erinnert eine Gedenktafel an das „massacre du 17 octobre 1961“, eine brutale Niederschlagung friedlicher algerischer Demonstranten während des Algerienkriegs mit mindestens 200 Toten, wie wir im Schülerreferat erfuhren. Ein besonderes Ereignis in der jüngeren Geschichte der Kathedrale Notre-Dame war der Brand am 15. April 2019, bei dem das Gebäude schwer beschädigt wurde. In den folgenden Jahren wurde Notre-Dame umfangreich restauriert, sodass wir sie wieder in altem Glanz besichtigen konnten. Danach gingen wir weiter zur Pont Neuf, eine der bekanntesten Brücken in Paris.
Nach diesem besonderen Eindruck ging es in Richtung Louvre. Nebenbei wichtig zu erwähnen sind die zahlreichen Metro-Fahrten, die teils entspannt sitzend oder auch eingequetscht im Stehen bewältigt wurden (wie sich in den späteren Tagen rausstellen wird…). Das Louvre-Museum ist eines der bekanntesten und größten Museen der Welt, das wir aus Zeitgründen leider nur von außen sehen konnten. Allerdings muss gesagt werden, dass der Einblick von außen schon für eine unbeschreibliche Atmosphäre gesorgt hat. Typische Touribilder durften hier natürlich auch nicht fehlen.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zu der Champs-Élysées, der bekanntesten Straße von Paris. Die große Avenue verläuft zwischen dem Place de la Concorde und dem Arc de Triomphe. Wir sahen so in zwei Kilometer Entfernung schon unser letztes Tagesziel und machten uns auf zum letzten Fußmarsch. Der Arc de Triomphe steht in der Mitte des Place Charles de Gaulle, in der zwölf Straßen zusammentreffen. Der Weg hoch war aber auch erst einmal nach so einem langen Tag zu bewältigen… Nachdem dies aber geschafft war, wurden wir in der Abenddämmerung mit einem wunderschönen Ausblick über Paris belohnt, den wir nie vergessen werden! So kann man den ersten Tag nach 20 Kilometer Fußmarsch schön abschließen.

Sonntag – Die kleine Familie
Am Sonntag starteten wir unseren Tag nach dem leckeren Frühstück mit Sacré-Cœur: Eine berühmte römisch-katholische Wallfahrtskirche. Jene konnten wir leider nicht von innen sehen, da die Schlange viel zu lang war und wir so nicht genug Zeit für den nahegelegenen Place du Tertre, einen berühmten Künstlerplatz, hätten. Zwischen Straßenkünstlern, kleinen Cafés und den typischen Gassen von Montmartre konnten wir eine besonders charakteristische Seite der Stadt erleben.
Danach ging es weiter zur Opéra, da wir einen idyllischen Platz für unser Mittagessen gesucht haben. Die Opéra war direkt neben unserem eigentlichen Ziel: die Galeries Lafayette. In dieser französischen Warenhauskette mit Schwerpunkt auf Luxus und Mode konnten wir die Luxusbranche und ihre Marketingstrategien hautnah erleben. Während für Deutschland die Automobilbranche lange Zeit Wirtschaftsmotor war, ist es für Frankreich die Luxusbranche. Das Highlight war jedoch die Dachterrasse mit einer erneuten einzigartigen Aussicht auf Paris, bei der natürlich auch kein Gruppenfoto fehlen durfte.
Mit La Défense lernten wir anschließend einen völlig anderen Teil von Paris kennen. Moderne Hochhäuser und internationale Unternehmen prägen dort das Stadtbild und bilden einen starken Kontrast zum historischen Zentrum. Dort erfuhren wir in einem Referat die Hintergründe zu der Errichtung dieses europäischen Geschäftsviertels, welche auch mit sozialer Verdrängung einherging. Zudem durften wir im Westfield eine kleine Shoppingrunde drehen und Abendessen besorgen, welches wir an unserem letzten Stopp des Tages gemeinsam genießen wollten.
Das Highlight des Abends war schließlich der Eiffelturm. Als wir ankamen, trafen wir einen Straßenmusiker, mit dem wir gemeinsam singen und tanzen durften. Das war einer der Momente, die man nie vergessen wird! Folglich liefen wir alle gemeinsam zum Park, um unser zuvor gekauftes Abendessen gemeinsam zu essen. Viele Gespräche, lustige Momente und eine wunderschöne Atmosphäre machten den Abend unvergesslich. Als es dunkel wurde und der Turm zu glitzern begann, saßen wir gemeinsam davor und genossen den Moment. Nach einem langen Tag war es genau die Art von Erlebnis, die eine solche Reise besonders macht. Schon nach zwei Tagen kann man davon sprechen, dass zwei verschiedene Kurse schon zu einer kleinen Familie zusammengewachsen sind.

Montag – zwischen Kultur und Wirtschaft
Unser Montag begann mit einem Besuch der Pariser Moschee (Grande Mosquée de Paris). Die Moschee wurde in den 1920er-Jahren errichtet und erinnert mit ihrer Architektur an die islamische Baukunst Nordafrikas. Für uns war der Besuch eine interessante Möglichkeit, eine religiöse und kulturelle Seite von Paris kennenzulernen, die man bei einer klassischen Stadttour vielleicht nicht unbedingt kennenlernen würde. Dort erfuhren wir mehr über die Themen Einwanderung, Rassismus und das Leben der Muslime in Frankreich, was im Französischunterricht der Kursstufe eine wichtige Rolle spielt. Anschließend erkundeten wir das arabische Viertel rund um die Moschee. Die zahlreichen kleinen Geschäfte, Restaurants und Cafés vermittelten eine ganz andere Atmosphäre als die großen Boulevards und bekannten Sehenswürdigkeiten im Zentrum. Natürlich durfte dabei auch das gemeinsame Essen nicht fehlen: Wir machten eine Pause und aßen zusammen Falafel.
Danach wechselten wir zu unserem wirtschaftlichen Schwerpunkt. Wir besuchten die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer (AHK). Zunächst erfuhren wir bei einer Präsentation, welche Aufgaben die AHK übernimmt, wie sie Unternehmen bei ihren geschäftlichen Beziehungen unterstützt und wie die deutsch-französische Wirtschaft aktuell aufgestellt ist (Export, Import, Handelspartner u.Ä.):

Viel Theoriewissen und Fachbegriffe aus dem Unterricht konnten wir so auch einmal außerhalb des Klassenzimmers erleben und mussten unser Wissen bei Rückfragen auch unter Beweis stellen. Es wurde auch betont, dass gute Französischkenntnisse in diesem Kontext den Unterschied bei einer späteren Bewerbung machen können.
Im Anschluss ging es über das beeindruckende Hôtel de Ville, das Pariser Rathaus, in das Viertel Marais, bekannt für seine gut erhaltenen historischen Gebäude, das jüdische Leben dort und seine kleinen Gassen. Zum Abschluss des Tages ging es zum Place de la Bastille. Er erinnert an die ehemalige Bastille-Festung, die vor allem durch die Französische Revolution weltbekannt wurde. Die Bastille wurde am 14. Juli 1789 von Revolutionären gestürmt und gilt als eines der wichtigsten Symbole der Revolution. Damit verband unser Montag gleich mehrere Themen unserer Reise: Religion und Kultur, Wirtschaft, französisches Stadtleben und schließlich die Geschichte Frankreichs.

Dienstag – ein letzter Blick auf Paris
Der Dienstag war leider schon unser letzter Tag in Paris und damit auch der Tag unserer Abreise. Am Vormittag fuhren wir gemeinsam zu Châtelet. Dort hatten wir noch etwas Freizeit, um noch ein paar Souvenirs für die Familie zu besorgen.
Anschließend fand unser letztes gemeinsames französisches Picknick statt.
Dann hieß es bereits Abschied nehmen. Nach vier ereignisreichen Tagen traten wir die Rückfahrt an – mit Souvenirs im Gepäck, vielen Fotos auf dem Handy und vor allem zahlreichen gemeinsamen Erinnerungen.

Die Parisfahrt war für uns mehr als nur eine Reise zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Wir konnten die französische Kultur und Lebensweise hautnah erleben und dabei unsere Französischkenntnisse im Alltag anwenden. Ob beim Bestellen, Nachfragen oder einfach im Gespräch – die Sprache einmal außerhalb des Unterrichts zu benutzen, war eine ganz andere Erfahrung.
Wir haben Einblicke in die Wirtschaft und Entwicklung von Paris bekommen und dabei vieles, was wir aus dem Unterricht kennen, direkt vor Ort erleben können.
Neben all den neuen Eindrücken war die Fahrt aber natürlich auch eine schöne gemeinsame Zeit. Das gemeinsame Essen, die Gespräche unterwegs, die vielen Kilometer zu Fuß und natürlich der Eiffelturm, der am Abend vor unseren Augen glitzerte, werden wir nie vergessen. Wir haben zusammen viel erlebt, gelacht und Erinnerungen gesammelt, die uns noch lange begleiten werden. Gerade diese Mischung aus Lernen, Kultur, Sprache und gemeinsamen Erlebnissen hat die Reise für uns besonders gemacht.
Vier Tage waren vielleicht nicht genug, um Paris vollständig kennenzulernen – aber genug, um einen bleibenden Eindruck von dieser besonderen Stadt mitzunehmen.

Leni E. und Sara S. (J2)